Eine Zeitreise in die Tiefe: Wandern zum Tag des offenen Denkmals an der Zeche Hugo

Heute nehme ich euch mit auf eine besondere Reise, die nicht nur durch grüne Wälder, sondern auch in die faszinierende Geschichte des Ruhrgebiets führte. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals haben wir uns bei wunderbar sonnigem und leicht wolkigem Wetter auf den Weg gemacht, die Zeche Hugo Schacht 2 zu erkunden – ein stiller Riese, der von der harten Arbeit und dem pulsierenden Leben unter Tage erzählt.

Der Weg ist das Ziel

Unsere Wanderung startete in der Nähe des Landschaftsparks, wo die Natur langsam die Industriekultur zurückerobert. Der Weg war gesäumt von alten Bahntrassen, die heute von Wanderern und Radfahrern genutzt werden, und bot bereits erste Blicke auf die charakteristischen Fördertürme, die am Horizont emporragten. Die Luft war erfüllt vom Duft des Waldes und einer gewissen Aufregung, die ich immer spüre, wenn ich mich einem historischen Ort nähere.

Ankunft an einem Ort der Erinnerung

Als wir schließlich die Zeche Hugo erreichten, war ich sofort beeindruckt. Die imposanten Gebäude aus rotem Backstein und der stolze Förderturm ragten majestätisch in den Himmel. Hier, am Schacht 2, spürte man die Geschichte in jeder Pore. Die Atmosphäre war einzigartig: Ein geschäftiges Treiben, doch gleichzeitig von einer fast andächtigen Stille. Viele Menschen waren gekommen, um diesen Ort zu erleben, der über Jahrzehnte hinweg das Leben in der Region geprägt hat.





Der Förderturm von Schacht 2, ein Wahrzeichen der Industriegeschichte.

​Die Truppe um Klaus Herzmantus hatte wieder hervorragende Arbeit geleistet, um diesen Tag perfekt zu organisieren und so viele interessante Einblicke zu ermöglichen. Die Liebe zum Detail war überall sichtbar, von den geschmückten Loren bis hin zu den gut aufbereiteten historischen Exponaten.

​Einblicke in eine verborgene Welt

​Besonders eindrucksvoll war für mich persönlich die Führung durch das Gelände. Als ehemaliger Elektriker, der 33 Jahre lang unter Tage auf Hugo gearbeitet hat, ist dieser Ort für mich mehr als nur ein Denkmal – er ist ein Teil meines Lebens. Die Führung wurde von einem ehemaligen Bergmann geleitet, dessen Erzählungen von der Kameradschaft, den gefährlichen, aber auch erfüllenden Momenten und dem unerschütterlichen Zusammenhalt der Kumpel direkt aus dem Herzen kamen. Wir standen an den Maschinen, die einst das „schwarze Gold“ nach oben beförderten, und ich konnte mich lebhaft an die Zeit erinnern, als ich selbst in der Dunkelheit arbeitete, nur das Licht der Stirnlampe als Orientierung.










Eine Collage von Eindrücken des Bergbau-Museums: gefüllte Kohle-Loren, die alte Grubenbahn und historische Werkzeuge.

​Das Schönste war, dass ich an diesem Tag auch viele ehemalige Kumpels wiedergetroffen habe. Es war ein bewegender Moment, alte Gesichter zu sehen, Erinnerungen auszutauschen und zu hören, was aus den anderen geworden ist. Wir haben Neuigkeiten ausgetauscht und über die „guten alten Zeiten“ gesprochen. Es zeigte sich, wie stark die Gemeinschaft der Bergleute bis heute ist.

​Unerwartete Highlights: Musik und Gemeinschaft

​Neben den beeindruckenden historischen Einblicken gab es auch unerwartete Ereignisse, die diesen Tag unvergesslich machten. Eine CCR-Cover-Band, deren Sound perfekt zum industriellen Charme des Ortes passte, spielte live und sorgte für eine fantastische Stimmung.

 Die Cover-Band sorgt für rockige Klänge vor historischer Kulisse.

​Es war unglaublich zu sehen, wie die Musik Menschen jeden Alters zusammenbrachte und eine lockere, fröhliche Atmosphäre schuf. Die Band war wirklich sehr gut, und die Lieder von Creedence Clearwater Revival hallten zwischen den alten Backsteinmauern wider – ein einzigartiges Erlebnis.



Zahlreiche Besucher genießen die Musik der Band.

​Die Live-Musik verwandelte das Gelände in einen Ort der Begegnung und des Feierns. Man spürte, dass hier nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die lebendige Gegenwart zelebriert wurde.

​Ein Tag, der in Erinnerung bleibt

​Der Tag des offenen Denkmals an der Zeche Hugo Schacht 2 war mehr als nur eine Besichtigung. Es war eine Begegnung mit der Geschichte, mit den Menschen, die sie geschrieben haben, und mit einer Kultur, die das Ruhrgebiet bis heute prägt. Die Kombination aus einer schönen Wanderung, den tiefgreifenden Einblicken in die Bergbauvergangenheit, den persönlichen Begegnungen und der tollen Live-Musik hat mich nachhaltig beeindruckt.



​Wenn ihr das nächste Mal die Gelegenheit habt, einen historischen Ort wie diesen zu besuchen, zögert nicht. Es sind genau diese Orte und die Geschichten der Menschen, die sie beleben, die unsere eigene Geschichte greifbar und verständlich machen.

​Bis zur nächsten Wanderung! Euer Wanderfreund.


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