Der Urlaub des inneren Schweinehunds: Eine morgendliche Wanderung zwischen Wald und Feld

 

Der Urlaub des inneren Schweinehunds: Eine morgendliche Wanderung zwischen Wald und Feld

Der morgendliche Kampf war gewonnen, der innere Schweinehund widerstandslos in den Zwangsurlaub geschickt. Anstatt ihn mit dem gemütlichen Bett zu locken, hatte ich die frische Luft und die Stille des Morgens gewählt. Heute gab es keine städtischen Parks und keine künstlichen Erhebungen, nur das echte Terrain vor der Haustür.

Ich trat hinaus und sofort umhüllte mich die Kühle des Frühherbstes. Die Sonne war noch ein scheues Versprechen hinter den Baumwipfeln, aber das Licht filterte bereits sanft durch die letzten Nebelschleier, die über den Feldern lagen.


Meine Route führte mich direkt hinaus. Zuerst ging es einen schmalen Feldweg entlang. Der Boden unter den Füßen war fest, aber gab mit jedem Schritt leicht nach. Der Blick schweifte über die weite Fläche: Das Feld lag brach, die Erde roch kräftig und feucht, der Tau glitzerte wie Diamanten auf den wenigen Grashalmen, die noch standen. Es war eine Stille, die nur die Natur kennt – durchbrochen nur vom leisen Zwitschern eines Zaunkönigs und dem gleichmäßigen Schsch-Schsch meiner Füße.

Nach einer Weile tauchte ich in das Waldstück ein. Sofort änderte sich die Atmosphäre. Das Licht wurde gedämpfter, die Luft roch intensiv nach feuchtem Laub, Moos und Pilzen. Der Wald war noch nicht ganz erwacht. Hier und da knisterte es im Unterholz, wahrscheinlich ein Kaninchen, das von meiner Anwesenheit Notiz nahm und überhastet davonzog. Ich folgte dem geschlungenen Pfad, vorbei an moosbewachsenen Stämmen, die wie stumme Wächter am Wegrand standen. Das einzige "Höhenprofil" waren die natürlichen Senken und Anstiege des Waldbodens.

Der Wald öffnete sich schließlich wieder. Ich stand am Rand einer weiten Fläche, die entweder eine Wiese oder ein weiteres Feld war. Der Blick war weit und unverbaut. Hier, wo der Himmel auf das Land trifft, fühlte sich die Welt so groß und unkompliziert an. Ich atmete tief ein, füllte die Lungen mit dieser reinen, unbelasteten Luft. Es war ein tiefes Gefühl von Ruhe und Klarheit.

Die Rückkehr führte mich einen anderen, leicht kurvigen Weg entlang. Ich sah die Spuren der Nacht – die Fährten kleiner Tiere im Schlamm, die Spinnweben, die kunstvoll zwischen den Ästen gespannt waren und nun in der stärker werdenden Morgensonne silbern leuchteten.

Als ich schließlich wieder die Schwelle meines Zuhauses erreichte, spürte ich die belebende Müdigkeit in den Beinen. Es war keine anstrengende Wanderung im herkömmlichen Sinne, aber es war eine tiefe Erholung für den Kopf.

Der innere Schweinehund? Er war wahrscheinlich noch auf dem Feldweg unterwegs, überwältigt von der Schönheit der Natur und zu beschäftigt mit der Beobachtung der Vögel, um sich über seinen Zwangsurlaub zu beschweren. Das war ein perfekter Morgen.

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