QRP-Erfolg vom Balkon: Mit 1 Watt und HVT-600 ein 599 nach Polen!

 


QRP-Erfolg vom Balkon: Mit 1 Watt und HVT-600 ein 599 nach Polen!

Als Funkamateur sucht man immer wieder die Herausforderung. Eine der größten ist für mich das QRP-Funken – also der Betrieb mit reduzierter Leistung. Die Regel besagt: maximal 5 Watt Sendeleistung. Aber was passiert, wenn man das Limit noch weiter nach unten schraubt? Genau das habe ich gestern Abend ausprobiert!

Das bescheidene Setup

Mein "Shack" für dieses Experiment war mein Balkon. Als Transceiver nutze ich den großartigen Icom IC-7300, der normalerweise bis zu 100 Watt liefern kann. Für dieses QRP-Abenteuer habe ich ihn jedoch radikal auf nur 1 Watt im CW-Modus (Telegrafie) heruntergeregelt.

Als Antenne diente meine vertikale HVT-600. Zugegeben, sie ist ein Kompromiss für den beengten Balkonbetrieb, aber sie ist robust und vielseitig. Viele würden bei diesem Setup – 1 Watt und eine Balkonantenne – wahrscheinlich nur kurze lokale Verbindungen erwarten. Ich wollte das Gegenteil beweisen.

Der magische Moment mit SP4JFR

Ich stimmte auf dem 20-Meter-Band (14 MHz) ab und begann, meine CQ-Rufe in Morseschrift in den Äther zu senden. Das Band schien offen zu sein, aber mit nur 1 Watt muss man Geduld haben und hoffen, den richtigen Moment zu erwischen.

Nach einigen Versuchen, da war es: Ein klarer Rückruf! Die Station war SP4JFR aus Polen.

Das Adrenalin stieg. Würde die Verbindung halten? Würde er mich gut genug hören, um ein vernünftiges Rapport auszutauschen?

Wir tauschten die notwendigen Informationen aus, und dann kam der Moment der Wahrheit: SP4JFR gab mir als Rapport ein 599!

Ich musste den Rapport fast zweimal lesen, um es zu glauben. Fünf Neun Neun! Das bedeutet, er hat mich mit maximaler Lesbarkeit und einem hervorragenden Signal gehört, trotz meiner minimalistischen 1 Watt und der Balkonantenne.

QRP-Triumph: Mehr als nur Watt

Dieses QSO ist für mich ein fantastischer Beweis dafür, dass Amateurfunk nicht nur eine Frage der Leistung ist. Es geht um Effizienz, um die Fähigkeit, ein Signal sauber in die Welt zu bringen, und vor allem um die richtigen Bedingungen auf der Kurzwelle.

Die Entfernung von meinem Standort bis zu SP4JFR in Polen (wie auch auf der Karte aus dem Reverse Beacon Network zu sehen) war beachtlich und zeigt, was mit geringstem Aufwand möglich ist. Es ist ein echtes Gefühl von Triumph, mit so wenig Leistung eine solche Entfernung zu überbrücken.

Fazit: Der IC-7300 kann ein Biest sein, aber er ist auch ein großartiger QRP-Transceiver. Und die HVT-600 hat auf dem Balkon ihren Job mehr als erfüllt. Probiert es aus! Manchmal sind die größten Erfolge die, bei denen man die geringste Leistung einsetzt.

72de DL2HS aka Helmut


Was war deine längste QRP-Verbindung? Schreib es in die Kommentare!

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