Wind, Graupel und eine Lücke im Horizont:

 

Wind, Graupel und eine Lücke im Horizont: Unterwegs in Scholven

​Manchmal muss man einfach raus, egal was der Wetterbericht sagt. Heute Nachmittag zog es mich auf eine Runde zwischen Gelsenkirchen-Scholven und Bottrop-Kirchhellen. Das Wetter? Typisch für Ende November: Bedeckt, 3 Grad, und ein Wind, der einem ordentlich um die Nase pfeift.

​Ein komischer Anblick

​Das eigentliche Highlight – oder besser gesagt, das Nicht-Highlight – der Tour war der Blick auf die Scholven Raffinerie. Wer hier wohnt, kennt die Skyline nur mit den massiven Kühltürmen. Aber seit diesem Samstag ist alles anders.

​Einer der riesigen Türme wurde gesprengt. Heute, nur einen Tag später, fühlt es sich fast surreal an, dort langzulaufen. Wo jahrzehntelang ein Betonriese in den Himmel ragte, ist jetzt einfach... nichts. Nur Luft. Wenn man genauer hinschaut, sieht man noch den riesigen Schutthaufen, der übrig geblieben ist. Es ist ein verdammt komischer Anblick, so als ob ein Stück der gewohnten Heimatkarte einfach ausradiert wurde.



​Kampf gegen den Wind

​Die Route führte mich über die Feldwege rund um Feldhausen, Zweckel und Scholven. Auf den offenen Flächen hatte der Wind leichtes Spiel. Zwischendurch peitschte mir immer wieder leichter Schneegraupel ins Gesicht – dieses typische nasskalte Wetter, bei dem man sich den Schal noch ein Stück höher ins Gesicht zieht.

​Aber ganz ehrlich? Es hat trotzdem Spaß gemacht. Es gibt nichts Besseres, um den Kopf freizubekommen, als sich einmal ordentlich durchpusten zu lassen. Die fast 8 Kilometer vergingen wie im Flug.

​Das Beste kommt zum Schluss

​Nach gut eineinhalb Stunden in der Kälte war das Heimkommen dann umso schöner. Mit roten Wangen und kalten Fingern gab es erstmal einen heißen Tee. Genau dieser Moment, wenn die Wärme zurückkehrt, macht so eine raue Herbstwanderung erst perfekt.

​Der Turm mag weg sein, aber die Wege hier draußen bleiben – auch bei Graupel und Sturm.

​📍 Tour-Daten

  • Strecke: 7,82 km
  • Dauer: 1 Std. 26 Min.
  • Wetter: 3°C, starker Wind, Graupel
  • Highlight: Die "neue" Aussicht auf das Kraftwerk (oder was davon übrig ist)

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