Bei minus 1 Grad durch Scholven und’n Schluck Gladbeck – boeijger Wind, bisschen Schnee? Ach komm, dat geit

 


Bei minus 1 Grad durch Scholven und’n Schluck Gladbeck – boeijger Wind, bisschen Schnee? Ach komm, dat geit!

Moin zusammen,

heute war wieder so’n Tag, wo de aus’m Fenster guckst und denkst:

„Bisse eigentlich bekloppt, jetzt rauszugehen?“

Und genau deswegen bin ich los. Minus 1 Grad, Wind wie aus’m Hochofen auf Kaltstufe und so’n feiner Schnee, der mehr rumfliegt als liegen bleibt – wie Puderzucker auf ’ner Currywurst, nur ohne Geschmack.

Runde ging durch Scholven, mit’m kleinen Abstecher Richtung Gladbeck. Am Ende standen 6,77 Kilometer auf der Uhr, 1 Stunde 14 Minuten unterwegs und satte 30 Höhenmeter. Also kein Alpenverein, sondern ehrlicher Pott-Winter.

Start war Im Brömm, da wo der kleine Marktplatz hockt: Imbiss, Friseur, Kirchen – alles da, wat man braucht. Typisch Scholven eben. Früher Kohle, heute Kraftwerk, Schornsteine und Halde im Hintergrund. Kaum los, pfeift der Wind dir schon um die Ohren wie früher aus’m Wetterschacht. Mütze tiefer, Schal bis über die Nase – und ab dafür.


Dann die Konrad Adenauer Allee lang (oder wie dat da genau heißt, is ja schon fast Gladbeck-Gebiet), über die Gleise, wo früher die Kohlezüge gerattert sind. Rechts Schrebergärten, links irgendwann die A52, die immer schön vor sich hin brummt. Schnee? Nix, wat liegen bleibt. Nur so’n fieses Rieseln, direkt ins Gesicht, zack – wieder weg.

Aber der Wind… ey! Böe is noch untertrieben. Die Kapuze hat mehr getanzt als gehalten.

„Komm, Alter, jetzt ziehse dat auch durch“, hab ich mir selbst zugerufen.

Am schönsten war’s wie immer abseits vom Trubel: die kleinen Straßen mit den alten Zechensiedlungshäusern. Da riecht man den Pott noch – auch wenn dat heute mehr Erinnerung als Kohlenstaub is. Garagen, wo bestimmt einer trotz Frost am Auto schraubt, und Hunde, die bei der Kälte rumrennen, als wär Sommer. Genau dat mein ich: Ruhrpott-Menschen – egal ob Minusgrade oder Hitzewelle, hier wird nich gejammert, hier wird gemacht.

Kurz vor Schluss wär ich fast komplett nach Gladbeck rüber, Richtung Nordring, da wo’s schon nach Rentfort schmeckt. Aber nee, brav im Kreis geblieben, wieder zurück nach Scholven. Am Ende stand ich wieder am Startpunkt: Wangen rot wie’n Rücklicht, Finger steif wie’n Besenstiel, aber der Kopp frei und dat Herz warm. Genau dafür gehse raus.

Fazit:

Minus 1 Grad, boeijer Wind und grauer Himmel? Is doch perfekt! Dick einpacken, wollige Socken, raus vor die Tür. Der Winter im Pott is grau, windig, manchmal bisschen dreckig – aber ehrlich. Und ehrlich tut gut.

Wer is nächstes Mal dabei? Kaffee gibt’s danach bei mir. Mit’m Schuss Korn natürlich – wir sind ja nich aus Zucker.

Bleibt warm, bleibt gerade und macht wat draus.

Euer Helmut aus Resser Mark– heute voll auf Scholven gepolt ❄️💨 Glück Auf ⚒️💙🤍💯⚒️

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