CW lernen mit 50+ – Wer sagt denn, dat geht nicht?! 🎶
Hömma, ich mach mal kurz wat klar: CW lernen ist nix für junge Hüpfer allein. Nee nee. Auch wer schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, kann sich diese wunderbare alte Kunst noch beibringen. Ich bin der lebende Beweis dafür.
Wie dat bei mir angefangen hat
Es war mein guter OV-Funkkollege Karl, DL2KR, der mir die Tür zur Morsetaste aufgemacht hat. Schon während meiner Vorbereitung auf die A-Lizenz-Prüfung hat er sich Zeit für mich genommen – geduldig, freundlich, einfach ein feiner Kerl. Wir haben zusammen auf 144.075 MHz viele QSOs zum Training gemacht. Karl war nicht nur Kollege, er wurde mein Lehrer. Und mehr noch: ein echter Freund im Amateurfunk.
Karl ist heute SK. Aber wenn ich die Taste in die Hand nehme, denke ich an ihn. Und irgendwie ist er dann immer noch dabei.
In Dankbarkeit – 73 de DL2HS 🙏
Der Anfang: Langsam ist das neue Schnell
Der größte Fehler, den viele machen: zu früh zu schnell. Das Gehirn braucht Zeit, die Zeichen als Klang zu speichern – nicht als Punkte und Striche auf Papier! Das ist ganz wichtig.
Mein Tipp: Fang mit 5 WpM an, und fühl dich dabei nicht blöd. Lieber langsam und sauber als schnell und chaotisch.
Ich hab mit der Koch-Methode gearbeitet – die lernt Buchstabe für Buchstabe, immer im Zieltempo, aber mit langen Pausen zwischen den Zeichen. Das klingt erstmal komisch, aber es funktioniert.
Womit ich geübt hab
LCWO.net – kostenlos, im Browser, perfekt für täglich 15 Minuten
Morse-Trainer-Apps auf dem Handy – auch auf dem Sofa oder in der Bahn
Reale QSOs hören – einfach mal auf 14.060 MHz setzen und lauschen, auch wenn man noch nix versteht
Selbst senden – mit einem einfachen Übungsoszillator, auch ohne Funkgerät
Und dann natürlich: Portabel funken. Draußen auf der Halde, frische Luft, Morsetaste in der Hand – da lernt man anders als zuhause am Schreibtisch.
Was mir wirklich geholfen hat
Ehrlichkeit zu mir selbst. Es gibt Tage, da wollte einfach nix klappen. Da hab ich den Kopfhörer weggelegt und bin mit Emely raus. Am nächsten Tag lief's wieder besser.
Das Gehirn lernt auch im Schlaf – das ist keine Ausrede, sondern Wissenschaft! Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Lieber jeden Tag 10 Minuten als einmal die Woche eine Stunde.
Und: Die Funker-Community ist gold. Niemand lacht einen aus. Im Gegenteil – die alten Hasen freuen sich, wenn jemand Neues CW lernt. Karl hat mir das als erstes gezeigt.
Mein erstes richtiges QSO
Ich werd's nie vergessen. Zittrige Hände, Herzrasen wie beim ersten Schulaufsatz. Aber dann: die Gegenseite hat geantwortet. Hat meinen Ruf gehört. Hat zurückgemorst.
RST 579, QTH irgendwo in Tschechien. Für mich war das wie Mondlandung.
Fazit: Mach's einfach!
Wer sagt, mit 50+ lernt man das nicht mehr? Der hat sich geirrt. Das Gehirn ist flexibler als man denkt – man muss ihm nur die Chance geben.
CW ist mehr als Betriebsart. Es ist Entspannung, Fokus, Verbindung. Es ist das Schönste, was mir der Amateurfunk gebracht hat.
Und wenn du einen Karl in deinem OV hast – einen der dir geduldig beibringt, der einfach da ist – dann halt ihn fest. Solche Menschen sind selten.
73 de DL2HS, Helmut ✋
In memory of Karl, DL2KR 🕊️
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