Von den Pedalen an die Taste: QRP CW am Freitagmorgen ​Gibt es einen

 

Von den Pedalen an die Taste: QRP CW am Freitagmorgen

​Gibt es einen besseren Start ins Wochenende? Erst eine ausgiebige Radtour am Morgen, um den Kopf freizubekommen, und direkt im Anschluss die Beine auf dem Balkon hochlegen, den Transceiver einschalten und das Morsealphabet durch den Äther schicken. Heute Morgen passte einfach alles: Das Wetter spielte mit, und die Bedingungen auf den Bändern boten ein paar richtig schöne Überraschungen.

​Hier ist ein kleiner Einblick in mein heutiges Balkon-Setup und die anschließende Log-Analyse.

​Das kompakte Balkon-Setup

​Wenn der Platz begrenzt ist oder man nach dem Sport schnell QRV werden möchte, schlägt die Stunde der QRP-Ausrüstung. Mein treuer SW-3B Dreiband-QRP-Transceiver war heute das Herzstück der Station 



​Die Komponenten im Überblick:

  • Transceiver: Der SW-3B, eingestellt auf die QRP-Frequenzen. Auf dem Display sieht man schön die Aktivität auf 14.060 MHz (20m-Band) mit einer stabilen Versorgungsspannung von 12,1V sowie auf 10.106 MHz (30m-Band
  • Antennenanpassung: Unterstützt wurde der Transceiver vom ATU-100 EXT Automatik-Tuner (PXL_20260626_075741841.MP.jpg), der auch an Behelfsantennen auf dem Balkon schnell für ein gutes SWR sorgt.
  • Die Taste: Meine treue, kompakte Morse-Taste (Paddle) lag griffbereit links neben dem Transceiver (PXL_20260626_080446875.MP.jpg), perfekt für sauberes Geben bei flotten 21 wpm.
  • Klassisch analog: Trotz aller Software-Unterstützung – ein echter Notizblock und ein Kugelschreiber für die schnellen Mitschriften dürfen beim CW-Betrieb einfach nicht fehlen!

​Der Blick auf die Ausbreitungsbedingungen

​Ein Blick auf das Dashboard 


  • SFI (Solar Flux Index): 156
  • K-Index: 2.33
  • SSN (Sonnenfleckenanzahl): 136

​Mit einem relativ ruhigen Erdmagnetfeld (K-Index von knapp über 2) und einem soliden Solar Flux waren die Bedingungen für den Sommer gar nicht übel. Das spiegelte sich auch sofort im Reverse Beacon Network (RBN) wider.

​RBN-Analyse: Wo wurde mein Signal gehört?

​Nachdem ich ein paar CQ-Rufe abgesetzt hatte, war es Zeit für die Erfolgskontrolle im Reverse Beacon Network (RBN). Die Auswertung auf dem Laptop-Bildschirm (Bilder PXL_20260626_080517397.MP.jpg und PXL_20260626_080455100.MP.jpg) zeigt wunderbar, wie effizient QRP-Leistung sein kann, wenn die Antenne stimmt.



​Die Highlights der Empfangs-Spots:

Spotter (Skimmer)LandBandFrequenzSignalstärke (SNR)Distanz
ES5PCEstland20m14059.9 kHz3 dB~902 Meilen
OK1HRATschechien20m14059.9 kHz9 dB~318 Meilen
DK0TEDeutschland20m14060.0 kHz9 dB~294 Meilen
DR4WDeutschland30m10106.0 kHz8 dB~229 Meilen
PE5TTNiederlande20m14060.0 kHz15 dB
Besonders erfreulich: Der weite Sprung hoch nach Estland (ES5PC) mit 3 dB SNR auf 20 Metern, aufgezeichnet um 08:01z (PXL_20260626_080517397.MP.jpg). Auch die Abstrahlung in den osteuropäischen Raum (Tschechien) und die nahen Verbindungen in die Niederlande zeigen ein schönes, ausgewogenes Diagramm auf der RBN-Karte  Auf 30 Metern wurde das Signal ebenfalls zuverlässig von der Station DR4W registriert.
Fazit des Tages
Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue: Man sitzt mit einer Tasse Kaffee auf dem heimischen Balkon, funkt mit minimaler Leistung (QRP) und wenigen Watt, und Sekunden später sieht man auf dem Bildschirm, dass das eigene Signal quer durch Europa bis nach Baltikum gereist ist.
Die Kombination aus Bewegung an der frischen Luft und dem anschließenden Basteln und Funken an der Station ist für mich einfach die perfekte Entspannung.
72 de DL2HS Helmut 

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